News: "Und plötzlich war ich mit Richard Murray und Mario Mola in der Spitzegruppe"

10.09.2020 10:57 von Thorsten Eisenhofer

Für Marc Trautmann (Hylo Team Saar) ist das Rennen der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga in Saarbrücken ein besonderes, es ist zugleich (s)ein Heimspiel. Wir haben mit ihm über sein Bundesliga-Debüt an der Seite von Richard Murray und Mario Mola, den Heimvorteil am Samstag (12. September) und die Teilnahme an legendären Wettkämpfen gesprochen.

Marc, auf dich wartet am Samstag ein echtes Heimspiel.

Ich freue mich vor allem, dass ein Wettkampf stattfindet. Mir wäre egal wo. Aber es ist natürlich umso schöner, diesen in Saarbrücken zu absolvieren. Toll wäre gewesen, wenn das Rennen in der Saarbrücker Innenstadt stattgefunden hätte (wie vor Corona geplant, Anm. d. Red.). Aber es hat auch seinen Reiz, einen Wettkampf auf den Trainingstrecken zu absolvieren: in dem Schwimmbad, in dem man schwimmt, auf den Laufstrecken, auf denen man oftmals läuft. Und die Radstrecke haben wir uns auch genau angeschaut, man will den Heimvorteil ja schließlich auch nutzen.

Du bist auch noch ein „Ur-Saarländer“.

Stimmt. Ich bin einer der wenigen aus unserer Trainingsgruppe, die auch hier herkommen. Bis 2008 war ich Schwimmer, bin aber mit dem damaligen Landestrainer nicht so klargekommen. Wolfram Bott (Damals Triathlon-Landestrainer im Saarland, heute Landestrainer in Baden-Württemberg, Anm. d. Red.) hat mich gefragt, ob ich nicht mal einen Triathlon absolvieren will. Ich habe mitgemacht, gleich gewonnen und bin dabei geblieben. Erst in der Gruppe des Landeskaders, jetzt in der Stützpunktgruppe.

Welche Bedeutung haben die Rennen der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga für dich?

Es sind mega tolle Wochenenden mit dem Team und Rennen in einer tollen Atmosphäre auf einem hohen Niveau. Vor allem die Rennen im Kraichgau, wenn es quasi in den Sonnenuntergang hinein geht, mag ich.

Kannst du dich an deine Anfänge in der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga erinnern?

Das war 2014 in Hannover. Ich bin gefragt worden, ob ich spontan einspringen kann. Ich war damals 16 und bin zuvor noch nie mit den „Großen“ gestartet. Und plötzlich bin ich als Sechster aus dem Wasser gekommen und saß in der ersten Radgruppe.

Und dann?

Das war natürlich ein tolles Gefühl, eine Ehre. Man will in solchen Momenten einfach nur so lange wie möglich dabei bleiben, wenn man mit Stars wie Richard Murray (dem späteren Sieger, Anm. d. Red) und Mario Mola (dem späteren Zweiten, Anm. d. Red.) in einer Gruppe unterwegs ist.

Hast du das geschafft?

Wir wurden von einer größeren Gruppe geschluckt und es wurde eine Laufentscheidung, was mir nicht entgegenkommt. Aber ich bin als 39. viertbester Starter unseres Teams gewesen und in die Wertung gekommen. Da waren unsere Teamleiter natürlich happy. Und ich auch.

Apropos happy. Im Vorjahr hast du dein Weltcup-Debüt gegeben. Das dürfte dich auch erfreut haben.

Das war cool. Ich bin in Tiszaujvaros spontan noch auf die Startliste gekommen. Das Rennen lief nicht so gut, weil ich in meinem Vorlauf gestürzt bin und so keine Chancen mehr hatte, das Finale zu erreichen. Aber es war ein cooles Erlebnis und das ausgerechnet an dem Ort, mit seinen legendären Rennen und Partys sowie den frenetischen Zuschauern. Es war toll, auf der großen Bühne dabei zu sein.

Was du vermutlich gerne wiederholen möchtest.

Dieses Jahr habe ich meinen Fokus ehrlicherweise mehr auf das Studium gelegt, um meinen Bachelor möglichst bald abzuschließen. 2021 will ich mich sportlich nochmal voll reinhängen. Ich will im Europacup zeigen, was ich drauf habe und auch im Weltcup oder in einem Rennen der Bundesliga einen raushauen.

Nun folgt erst einmal das Bundesligarennen in Saarbrücken.

Die Vorfreude ist riesig. 2020 habe ich an Rennen bislang erst den Swim & Run der Bundesliga und ein paar Laufwettkämpfe absolviert. Und dass das Rennen bei uns zu Hause ist, macht es noch besonderer.

Was sind die Ziele?

Ich will in meinem Rennen auf das Podium und mit dem Team streben wir einen Rang unter den Top drei an. Buschhütten ist schwer zu schlagen. Aber wir wollen es versuchen. Wir sind heiß auf das Rennen.

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