News: "Schwächelt eines der Topteams, können wir das nutzen"

09.09.2020 09:56 von Thorsten Eisenhofer

Arne Leiss peilt mit dem HEP Performance Team Neckarsulm beim Rennen der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga in Saarbrücken am kommenden Samstag eine Top-5-Platzierung an. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, wie es ist, wenn einem in seinem ersten Rennen alle davon fahren, wie ihn die Bundesligarennen in seiner Entwicklung geprägt haben und warum Prügeleien nicht seine Sache sind.

Arne, eigentlich wolltest du vor rund einer Woche bei der Challenge Davos dein erstes Rennen über die Olympische Distanz absolvieren.

Wegen eines Gewitters ist das Rennen ja leider abgebrochen worden. Es ist gut, dass nun das Bundesligarennen in Saarbrücken ansteht und dass ich somit dieses Jahr noch einen Wettkampf absolvieren kann. Die Vorfreude ist jedenfalls sehr groß.

Du kennst die Strecke vom internen Qualifikationswettkampf zur Junioren-EM 2019.

Uns als Mannschaft kommt die Strecke entgegen. Eine Top-5-Platzierung ist unser Ziel. Das können wir schaffen.

Euer Ziel ist es, von Jahr zu Jahr in der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga besser abzuschneiden.

Wir sind ein junges Team und sammeln mit jedem Wettkampf, mit jedem Jahr mehr Erfahrung. Ich denke, wenn diese Saison regulär hätte stattfinden können, wäre schon eine Top-5-Platzierung in der Gesamtwertung der Bundesliga möglich gewesen.

Das wäre ein großer Schritt, nachdem es im ersten Bundesliga-Jahr, das war 2017, noch gegen den Abstieg ging.

Wir haben uns von Jahr zu Jahr weiter entwickelt, sind immer weiter nach vorne gekommen. Im vergangenen Jahr haben wir in Düsseldorf als Vierter das Podium nur ganz knapp verpasst. Wir wissen: Wenn eines der Topteams mal einen schlechten Tag hat, können wir das nutzen.

Das Podium ist also euer Traum?

Das wäre richtig cool. Ich bin seit Beginn unserer Bundesligazeit dabei. Damals ging es gegen den Abstieg. Wenn dann plötzlich mit der gleichen Mannschaft eine Podiumsplatzierung rausspringen würde, wäre das schon eine coole Entwicklung.

Du hast dein Bundesliga-Debüt in eurem ersten Jahr in der höchsten deutschen Triathlonliga 2017 in Grimma gegeben.

Vor dem Rennen war ich ziemlich nervös. Es war ja nicht nur ein Bundesligarennen, sondern auch eine Deutsche Meisterschaft. Ich wusste, dass es sehr hart werden würde und ich konnte überhaupt nicht einschätzen, wo ich im Vergleich mit den anderen Athleten stehe. Ich bin dann als 15. aus dem Wasser gekommen. Auf dem Rad gab es damals für Athleten der Jugend A noch eine Übersetzungsbeschränkung. Daher hatte ich auf den langen Geraden keine Chance. Die anderen sind volle Kanne gefahren und an mir vorbeigeschossen. Auf Rügen ein paar Wochen später konnte ich dann mit der zweiten Gruppe mithalten.

Das war dann doch etwas.

Für mich war es gut, sehr früh in großen Rennen zu starten. So etwas bringt einem jungen Athleten enorme Erfahrung und hilft, gelassener in kommende Rennen zu gehen. In meinen zweiten Rennen (2017 auf Rügen, Anm. d. Red.) bin ich als Zehnter aus dem Wasser gekommen. Da habe ich schon gemerkt, durch meine Schwimmstärke kann ich es schaffen, in der Tageswertung vorne dabei zu sein. Das wäre nicht so, wenn ich im Wasser regelmäßig verprügelt werden würde.

Im vergangenen Jahr lief es in den Bundesligarennen nicht so.

Im Kraichgau bin ich gestürzt, vor Berlin war ich krank. Für Saarbrücken habe ich mir schon eine Platzierung in den 20er Rängen vorgenommen. 2021 peile ich dann die Top 20 und mehr an. Die Ergebnisse von Simon (Henseleit, Anm. d. Red.) oder Henry (Graf, Anm. d. Red, beide haben im Vorjahr Top-Ten-Platzierungen erreicht) zeigen mir, dass das möglich ist. Man denkt natürlich, sind die gut. Man denkt aber auch: so weit weg von ihren Leistungen ist man auch nicht.

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