News: Ben Faeh: "Bin für die Bundesliga angefixt worden"

04.03.2021 07:52 von Thorsten Eisenhofer

Ben Faeh (Team Nikar Heidelberg) ist 2020 zum ersten Mal in der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga gestartet. Der 19-Jährige hat uns erzählt, wie er Rückschläge überwunden hat, warum er oft gefragt wird, ob er am Fahrrad etwas reparieren kann und wer ihn für die Bundesliga vorgeschlagen hat.

In der Schweiz misst man sich schon sehr früh als junge*r Athlet*in mit der Elite, in der National League.

Wir starten dort ab der Altersklasse U18 zusammen mit der Elite. Es gibt eine Gesamtwertung, aber natürlich auch Altersklassenwertungen. So kann man sich schon mit 16 Jahren mit den stärksten Schweizer*innen messen. Pro Rennen sind immer zwei, drei unserer absoluten Top-Athlet*innen dabei.

Wie hast du deine ersten Rennen in der National League erlebt?

In dem Jahr zuvor bin ich in meiner Altersklasse Schweizer Meister geworden und habe alle Rennen gewonnen. In der National League lief es dann ganz anders. Ich war weit hinten im Feld.

Generell kann es eine große Erfahrung und die Möglichkeit, sich zu beweisen, sein. An guten Tagen, mit einem guten Schwimmen, kann man als junge*r Athlet*in vielleicht mal mithalten. Das pusht dann natürlich.

Weit hinten zu sein, war nach dem guten Jahr davor vermutlich nicht einfach für dich.

Das Jahr war mental sehr schwierig für mich. Zwischen Alles-Gewinnen und Nur-ein-bisschen-Mitmischen ist ein großer Unterschied. Das Jahr hat mich aber auch stärker gemacht.

Wie bist du aus diesem Tief herausgekommen?

Mit Geduld.

2020 bist du erstmals in der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga gestartet.

Ich fand das Format schon immer interessant, habe die Ergebnisse verfolgt. Bundesliga bedeutet Rennen gegen starke Konkurrenz, ohne dabei so weit reisen zu müssen wie zu vielen Europa- oder Weltcuprennen. Durch Lars Holenweger (ein Schweizer, der für das Team Nikar Heidelberg in der Bundesliga startet, Anm. d. Red.) bin ich angefixt worden.

Er hat dir von der Bundesliga vorgeschwärmt?

Er hat zu mir gesagt: Ich habe dich vorgeschlagen, überleg dir das mal (lacht). Dann hat sich der Olli (Grimm, Teamleiter des Teams Nikar Heidelberg, Anm. d. Red.) bei mir gemeldet. Wir haben ein bisschen geredet und dann habe ich zugesagt.

In Saarbrücken war dein Rennen. Inklusive eines Sturzes.

Das hat mich sehr gewurmt. Aber im Endeffekt lerne ich so mehr als aus einem guten Rennen. Ich bin zu schnell angeschwommen. Das war mein Fehler, weil ich mich nicht ausreichend über die Schwimmzeiten meiner Konkurrenz informiert habe. Ich bin als Zweiter aus dem Wasser gekommen, das hat mich gepusht, ich wollte zu viel. Was Positiv war: ich habe nach dem Sturz wieder den Anschluss gefunden.

Du machst eine Ausbildung als Fahrradmechaniker. Wie schwer ist die Doppelbelastung?

Ich dachte, das interessiert dich und lässt sich gut mit Triathlon verbinden. Da habe ich allerdings falsch gelegen.

Warum?

Ich arbeite 43 Stunden die Woche. Das ist nicht so einfach mit dem Training zu verbinden.

Ist man als angehender Fahrradmechaniker zugleich auch immer der Mechaniker im Team?

Ich werde schon regelmäßig gefragt, ob ich etwas machen kann. Und mache das dann auch gerne. Aber generell ist es ja so, dass jede*r Athlet*in in der Regel einen guten Draht zu einem Radgeschäft hat und dort kostenfrei Reparaturen gemacht bekommt.

Hat man als Schweizer Triathlet*in eigentlich automatisch Nicola Spirig als Vorbild?

Sie gibt einem auf jeden Fall Inspiration und ist jemand, zu der man aufschaut. Sie ist eine einzigartige Athletin. Wie sie ihr Training und ihr Leben gestaltet, ist schon bewundernswert.

Hast du andere Vorbilder?

Vincent Luis. Es ist phänomenal, wie lässig, cool und entspannt er im Rennen wirkt. Er hat 2020 alle Rennen gewonnen und dabei gefühlt jedes Mal vom ersten Meter geführt.

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