News: "Ich habe Triathlon vermisst"

12.06.2019 14:17 von Thorsten Eisenhofer

Lisa Tertsch war die Überraschung beim ersten Saisonwettkampf der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga der Frauen im Kraichgau. Die Athletin von Triathlon Potsdam hatte mit ihrem vierten Rang in der Einzelwertung großen Anteil am Mannschaftserfolg mit Platz zwei. Am vergangenen Wochenende gewann sie dann das Europacuprennen in Dnipro (Ukraine). Im Interview spricht Tertsch über ihr erstes Rennen nach fast drei Jahren, ihre Rückkehr zum Triathlon und ihre Olympiaziele.

Lisa, wie hast du das Rennen im Kraichgau erlebt?

Das Schwimmen lief nicht so gut. Beim Radfahren war ich dann in der ersten großen Gruppe. Das Laufen ist meine Stärke. Da habe ich versucht, alles zu geben.

Wie gehst du solch ein Rennen an?

Ich sehe jede Disziplin als ein neues Rennen. Daher versuche ich, in jede Disziplin mit frischer Einstellung reinzugehen. Ich denke nicht, ich bin jetzt 1:30 Minuten hinter denen zurück. Sondern ich denke einfach, jetzt kommt das Laufen, jetzt fängt es noch einmal von vorne an. Das hat ja gut geklappt.

Für so manchen kommt deine starke Leistung nach so langer Pause überraschend. Für dich auch?

Es war mein erster Triathlonwettkampf seit September 2016. Seitdem habe ich wettkampfmäßig nur noch Laufwettkämpfe absolviert. Ich hatte ein gewisses Niveau. Und ich war schon immer stark im Kopf.

Welche Ziele hast du für die kommenden Wochen?

Ich versuche mir keinen Druck zu machen, denn dann geht der Spaß verloren. Ich mache jetzt ein paar Rennen. Und je nachdem, wie die Ergebnisse sind, werde ich dann sehen, wie es danach weitergeht.

Hast du Triathlon vermisst?

Ja, ansonsten würde ich es ja nicht wieder machen. Triathlon ist einfach eine tolle Sportart. Einfach nur Laufen ist einfacher vom Kopf her. Aber ich habe die Herausforderung Triathlon vermisst. Man muss sich viel mehr konzentrieren, darf nichts falsch machen.

Wann hast du gemerkt, dass du wieder Triathlon machen willst?

Ich habe drei Jahre in den USA studiert. Ich war mit dem Training nicht so zufrieden. Ich habe viel alleine trainieren müssen. Und immer nur laufen, das fand ich irgendwann auch langweilig. Ich bin dann mit meinem Papa mal Rad gefahren und habe gemerkt, wie viel Spaß mir das bereitet.

Was willst du im Triathlon noch erreichen?

Ich möchte zu Olympia. 2020 ist ein Ziel, ich habe Tokio auf jeden Fall im Hinterkopf. Aber ich will das nicht Hals über Kopf erreichen. Wenn das nicht mehr klappt, peile ich eben die Olympischen Spiele 2024 oder 2028 an. Ich bin ja noch jung.

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