Die Tücken des norddeutschen Pflasters: Der Kurs Die Finals im Check
20.07.2026 – Swantje Kaiser
Nach dem hügeligen Kurs in Tübingen erwartet die Athletinnen und Athleten diesmal ein komplett anderer Streckencharakter: eine schnelle norddeutsche Strecke, auf der Wind, Taktik und Gruppenbildung entscheidende Faktoren sein werden.
In einem weiteren Massenstart über die Sprintdistanz treffen die Athletinnen und Athleten auf einen eher flachen Kursverlauf. Passend dazu wird es erstmals eine Sonderwertung für den schnellsten Radsplit geben. Hohes Tempo ist also vorprogrammiert.
Wind, Tempo und die Jagd nach der ersten Radgruppe
Wo Segel- und Surfreviere zuhause sind, ist der Wind allerdings meist nicht weit. „Da kann es auch im Sommer mal ein paar Windstärken geben. Das müssen gerade auch die leichteren Athletinnen und Athleten bei der Laufradwahl berücksichtigen“, ordnet Bundesligaleiter Uwe Hauke die Bedingungen auf der Radstrecke ein.
Die könnte nach den 750 Metern Schwimmen im Steinhuder Meer vor allem auf der ersten Passage der zu absolvierenden 20 Kilometer entscheidend für den weiteren Rennverlauf werden.
„Nach dem Schwimmen wird es darauf ankommen, in dem ersten Radabschnitt durch Steinhude eine gute Radgruppe zu erreichen. Der erste Teil der Radstrecke ist etwas technisch. Hier muss mit hohem Druck, guter Radtechnik und im Zweifel mit noch offenen Schuhen versucht werden, in die erste Radgruppe zu kommen. Wenn es dann rausgeht auf die lange Gerade, rollt der Zug“, so Hauke.
Und wenn der Zug rollt, wird es schwer für mögliche Nachzügler. „Wir haben in der Runde, die viermal zu fahren ist, eine sehr lange Gerade. Da könnten die Radgruppen sehr gut kreiseln und zusammenarbeiten. Wenn es dann noch windig ist, wird es für nachfolgende Athletinnen und Athleten richtig schwer, Lücken zu schließen“, sagt Hauke.
Neun Brücken als Scharfrichter auf der Laufstrecke
Den Abschluss bildet die Laufstrecke. Spätestens hier werden die Athletinnen und Athleten merken: Der Norden ist nicht immer brettflach.
„Wir haben drei Laufrunden direkt an der Promenade des Steinhuder Meers. In jeder Runde sind drei kleine Brücken zu überqueren, in Summe also neun Brücken auf fünf Kilometern“, erklärt Hauke.
Eine Herausforderung, die im Rennverlauf durchaus den Unterschied machen kann.
„Für das Laufen wird es darum gehen, sich beim Radfahren in den ersten dreieinhalb Runden etwas zu verstecken. Die neun kleinen Brücken beim abschließenden Lauf erfordern Kraftreserven, wenn man das Tempo hoch halten will.
Spektakel für Fans vor Ort und im Livestream
Auch für die Zuschauerinnen und Zuschauer bietet das Steinhuder Meer beste Bedingungen. Ein attraktives Eventgelände mitten in der Ferienregion, kurze Wege und zahlreiche einsehbare Streckenabschnitte machen das Rennen besonders zuschauerfreundlich.
Der Schwimmstart und -ausstieg lassen sich hervorragend vom Ufer verfolgen. Durch die vier Radrunden bekommen die Athletinnen und Athleten die Fans im Zentrum von Steinhude gleich mehrfach zu Gesicht, während die dreimal zu absolvierende Laufstrecke zusätzliche Möglichkeiten bietet, das Renngeschehen hautnah mitzuerleben.
„Es ist alles sehr zentral. Die Laufstrecke hat ja auch drei Runden. Hier bietet sich ein Platz nahe der Promenade oder natürlich direkt am Ziel an“, erklärt Hauke.
Ein intensives Rennen mit engen Duellen und möglichen Überraschungen ist damit vorprogrammiert. Wer nicht vor Ort dabei sein kann, hat dennoch die Möglichkeit, das Geschehen live zu verfolgen.
Die Deutschen Meisterschaften in der Mixed Relay sowie die Entscheidungen um die Deutsche Meisterschaft bei Frauen wie Männer werden auf ARD und ZDF live übertragen sowie auf sportschau.de und sportstudio.de gestreamt.
Die gesamte Strecke ist hier einzusehen.
Mixed Relay verspricht Hochspannung
Den Auftakt des verlängerten Rennwochenendes macht am Donnerstag die Deutsche Meisterschaft in der Mixed Relay.
Mit 275 Metern Schwimmen, 7,8 Kilometern Radfahren und 1,35 Kilometern Laufen, die von allen vier Staffelmitgliedern zu absolvieren sind, verspricht das Supersprint-Format intensive Rennaction und schnelle Positionswechsel.