Wechsel an der Spitze der 1. Triathlon-Bundesliga – Uwe Hauke wird Sportlicher Leiter

07.01.2026 –  Victoria Herrmann

Nach vielen Jahren engagierter Arbeit verlässt Harald Vogler die 1. Triathlon-Bundesliga. Mehr als zwei Jahrzehnte prägte er die höchste deutsche Triathlonliga als verlässlicher Wegbegleiter und richtungsweisender Funktionär. Zum 1. Januar 2026 übernimmt Uwe Hauke, bislang Ligaleiter der 2. Bundesliga Süd, die Position des Sportlichen Leiters der 1. Triathlon-Bundesliga. 

Im Interview spricht er über seine neue Aufgabe, seine Erfahrungen und seine Visionen für die Liga.

Uwe Hauke im Interview mit Mikro in der Hand

Du übernimmst die Position des Sportlichen Leiters der 1. Triathlon-Bundesliga von Harald Vogler, der die Liga über 20 Jahre geprägt hat. Wie fühlt es sich an, in diese großen Fußstapfen zu treten?

Die Leistungen von Harald für die 1. Triathlon-Bundesliga sind beeindruckend und über einen so langen Zeitraum sicherlich einzigartig. Für mich ist es zunächst eine große Ehre, aber auch eine große Verantwortung, ihm in dieser Position nachzufolgen.

Gleichzeitig arbeiten wir in der Bundesliga immer als Team. Entscheidend ist, dass jeder seine individuellen Stärken einbringt. Für die kommende Saison sind wir personell gut aufgestellt – mit einer gelungenen Mischung aus erfahrenen Kräften und neuen Gesichtern.

Was bedeutet es für dich persönlich, nun die Verantwortung für die 1. Bundesliga zu übernehmen?

Für mich bedeutet die Rolle des Sportlichen Leiters, noch intensiver an der Weiterentwicklung unserer höchsten nationalen Liga mitzuarbeiten. Die Möglichkeit, diese Plattform aktiv mitzugestalten, ist etwas ganz Besonderes.

Du warst zuvor Ligaleiter der 2. Bundesliga Süd. Welche Erfahrungen aus dieser Zeit möchtest du in die 1. Liga einbringen?

Aus meiner Zeit in der 2. Bundesliga Süd nehme ich vor allem zwei zentrale Erfahrungen mit.

Zum einen ist der Aufbau tragfähiger und vertrauensvoller Beziehungen enorm wichtig – zu Teams, Veranstaltern, Technischen Delegierten und Einsatzleitern. Wir hatten Situationen mit kurzfristigen, wetterbedingten Formatwechseln auf Duathlon oder komplett durchnässten Wechselzonen. In solchen Momenten sind schnelle Entscheidungen gefragt, und das funktioniert nur, wenn alle Beteiligten konstruktiv zusammenarbeiten.

Zum anderen, Entscheidungen immer im Sinne des Sports zu treffen. Fehler können passieren. In einem Teamwettkampf wurde beispielsweise das führende Team kurz vor dem Ziel irrtümlich ins Penalty-Zelt geschickt und dort noch überholt. Die Diskussionen im Schiedsgericht und mit den Teams waren entsprechend intensiv – schließlich ging es nicht nur um den Tagessieg, sondern auch um Meisterschaft und Aufstieg. Unter großem Zeitdruck haben wir uns letztlich auf die sportlich fairste Lösung geeinigt und das betroffene Team nachträglich auf Platz eins gesetzt.

Welche Ziele hast du für die kommende Saison? Gibt es Neuerungen, auf die sich Athletinnen, Athleten und Vereine freuen können?

Wir starten Ende Mai im Kraichgau mit einem spannenden neuen Format: einem Team Relay jeweils für Männer und Frauen. Das Format ist aus der Mixed-Variante bekannt und verspricht hohe Spannung und Dynamik.

Im August sind wir zum zweiten Mal im Allgäu zu Gast. Dort planen wir einen klassischen Massenstart und erwarten einen hochemotionalen Wettkampf mit großartiger Stimmung – insbesondere am Kuhsteig.

Wie möchtest du die Zusammenarbeit mit Vereinen, Athletinnen und Athleten sowie den anderen Ligaleitern gestalten?

Mein Ansatz ist klar dialogorientiert. Ich möchte jederzeit ansprechbar sein und aktiv den Austausch suchen.

Gibt es eine konkrete Vision für die 1. Triathlon-Bundesliga?

Ja. Unser Sport hat ein enormes Potenzial, wie zuletzt auch der World-Triathlon-Deloitte-Report bestätigt hat. Dieses Potenzial wollen wir weiter ausschöpfen und insbesondere unsere mediale Reichweite erhöhen.

Die Finals in Hannover, bei denen im Bundesliga-Rennen auch die Deutschen Meistertitel der Elite vergeben werden, werden dabei ein absolutes Highlight sein. Entscheidend ist, dass wir kompakte und verständliche Wettkampfformate anbieten, die für Zuschauer und Medien gleichermaßen spannend und attraktiv sind.

Du bist selbst begeisterter Triathlet und hast 2025 beeindruckende 21 Wettkämpfe absolviert. Was fasziniert dich an diesem Sport, und wie bringst du das zeitlich unter einen Hut?

Das geht schon – es waren ja ausschließlich Sprint- und Kurzdistanzrennen. Für die Langdistanz fühle ich mich noch zu jung (lacht; Anm. d. Red.: Uwe ist frisch in der AK 60).

Ich starte gerne in meiner Heimatregion, wo wir eine hohe Wettkampfdichte haben. Es macht mir Spaß, Freunde zu treffen und mich sportlich auszupowern. Zudem versuche ich, die Bundesliga-Rennen auch aus Athletensicht zu erleben, wenn es der Zeitplan zulässt. Und großartige Veranstaltungen wie die Finals in Dresden lasse ich mir natürlich nicht entgehen.

Für die Finals 2026 in Hannover nehme ich auf jeden Fall den Racesuit mit.

Nachfolge Leitung 2. Bundesliga Süd

In enger Zusammenarbeit zwischen Uwe Hauke und der DTU Geschäftsstelle konnten die zentralen Punkte für die Vorbereitung der 2. Bundesliga Süd bereits geklärt werden. Um die vielfältigen Aufgaben – insbesondere während der Saison – künftig auf mehrere Schultern zu verteilen, wird zeitnah eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger für die Ligaleitung gesucht (eine offizielle Ausschreibung folgt Ende Januar 2026). Bis eine passende Nachbesetzung gefunden ist, werden diese Aufgaben weiterhin gemeinschaftlich von Uwe Hauke und der DTU Geschäftsstelle übernommen.