News: Das HEP Performance Team Neckarsulm auf dem Weg nach oben

22.01.2020 08:01 von Thorsten Eisenhofer

Der Auftakt in die Saison 2019 der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga verlief für das HEP Performance Team Neckarsulm bescheiden. Rang 15 im Kraichgau. Vorletzter. Weit weg von den eigenen Ambitionen. Dabei war das schwache Abschneiden der Neckarsulmer vor allem auf Sturzpech zurückzuführen. Marchello Kunzelmann musste das Rennen mit einem total demolierten Rad aufgeben, Arne Leiss sein Rad die letzten Meter in die Wechselzone tragen. Er erreichte das Ziel später so nur als Viertletzter.

Dann folgte drei Wochen später das Rennen in Düsseldorf. Neckarsulm stand ganz schön unter (Erfolgs-)Druck, auch wenn dieser nicht unbedingt selbstverschuldet war. Ein erneutes schlechtes Ergebnis würde plötzlich Abstiegskampf bedeuten. Dabei war doch ein tabellarischer Mittelfeldplatz das Ziel der Mannschaft für die Saison 2019. Während der Wettkampf im Kraichgau ein Tiefschlag gewesen war, folgte bei dem Wettbewerb in Düsseldorf dann ein Höhenflug. Die Neckarsulmer belegten Rang vier, katapultierten sich wie „Phönix aus der Asche“ (Teammanager Stefan Schäfer) nach oben. Schäfer: „Düsseldorf war ein Highlight für uns.“

Und da auf Rang vier in Düsseldorf in Tübingen und Berlin jeweils Platz sieben folgte, belegte das HEP-Team in der Endabrechnung der Bundesliga Position neun. Entsprechend groß ist die Zufriedenheit: „Das war eine super Saison“, sagt Schäfer.

Schäfer kann sich noch an ganz andere Zeiten in Neckarsulm erinnern. Noch mit ihm selbst als Athlet stieg die Mannschaft vor ein paar Jahren in die Zweite Liga auf, verweilte dort für ein paar Saisons. 2016 gelang dann der Schritt in die höchste deutsche Triathlonliga. Im ersten Erstligajahr kämpfte das Team gegen den Abstieg, wurde 13. Mit gerade einmal drei Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. 2018 steigerte man sich dann um zwei Plätze auf Position elf. Nun hat man in der vergangenen Saison drei Top-sieben-Ergebnisse in der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga erreicht. Ohne das Sturzpech im Kraichgau wäre in der Abschlusstabelle wohl Rang fünf möglich gewesen, zu dem 2019 gerade einmal zwei Zähler fehlten.

Es ist also klar, wo die Entwicklung hingehen soll. „Wir wollen uns in der kommenden Saison weiter verbessern, vielleicht ist sogar ein Top-fünf-Rang in der Gesamtwertung möglich“, sagt Schäfer. Das sind Platzierungen, die man in Neckarsulm bis zu dem Rennen im Vorjahr in Düsseldorf nicht für möglich gehalten hat. Doch dieser Wettkampf war quasi ein Augenöffner – im positiven Sinn. Er hat gezeigt, was möglich ist. „Durch Düsseldorf sind die Erwartungen gestiegen“, sagt Schäfer. Mittelmaß, vor eins, zwei Jahren noch angestrebt, ist nun schon fast zu wenig für die Mannschaft aus Baden-Württemberg. „Das Ergebnis aus Düsseldorf hat alle befeuert. Plötzlich haben die Jungs gemerkt, was möglich ist. Düsseldorf war ein Aha-Effekt.“

Man habe, so Schäfer, schon vorher das Gefühl gehabt, dass man für Top-Ergebnisse in der Bundesliga in Frage kommen könnte. Es hat nur die Initialzündung gefehlt. Ein Rennen, in dem die Neckarsulmer gesehen haben, dass so eine Top-Platzierung auch tatsächlich möglich ist. Ein Platz auf dem Podium in einem Rennen 2020 hält Schäfer nun durchaus für möglich. „Das wäre eine super Sache.“

Das HEP Performance Team Neckarsulm ist eine Mannschaft mit viel Potential, mit einigen jungen Talenten wie zum Beispiel dem Deutschen Juniorenmeister Simon Henseleit, dem Deutschen Junioren-Vizemeister Eric Diener und dem Deutschen A-Jugendmeister Jan Diener. Diese Athleten hat Schäfers Vorgänger Matthias Niekrenz nach Neckarsulm geholt. „Durch die gute Entwicklung der jungen Athleten haben wir einen großen Sprung gemacht“, sagt Schäfer.

Es ist mittlerweile die Philosophie der Neckarsulmer, auf junge, deutsche Talente zu setzen. Zusammen mit dem erfahrenen Christopher Hettich und einigen guten ausländischen Athleten gibt das eine gute Mischung. „Wir wollen weiterhin junge, deutsche Athleten für unsere Mannschaft gewinnen und diesen die Möglichkeit geben, in der Bundesliga zu starten“, sagt Schäfer. In Neckarsulm bietet man dem Nachwuchs dabei nicht nur Startmöglichkeiten in der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga, sondern auch eine kleine Wohlfühloase, beispielsweise dank mehrmals im Jahr stattfindenden Teamwochenenden. „Das wird von den Athleten sehr gut angenommen und sie haben sehr viel Spaß dabei“, sagt Schäfer.

Langfristig wollen sich die Neckarsulmer unter den Top 5 der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga etablieren. Hilfreich auf dem Weg dahin ist sicherlich der Standort Neckarsulm, der viel Perspektive hat. Die Triathleten arbeiten schon jetzt eng mit den Schwimmern und den Leichtathleten zusammen. „Davon profitieren alle Sportarten“, sagt Schäfer.

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