News: "Lernt, nach schlechtem Rennen Kopf nicht hängen zu lassen"

26.07.2019 15:25 von Thorsten Eisenhofer

Henry Graf (Triathlon Team DSW Darmstadt) erzielte im zweiten Rennen seiner Karriere in der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga mit Rang neun gleich ein Top-Ten-Ergebnis. Wir haben mit dem 17-Jährigen über den Wert von guten Resultaten für den Kopf, über nervige Erkältungen und über den Lerneffekt aus schwachen Rennen gesprochen.

Henry, Glückwunsch zu Rang neun in der Tageseinzelwertung.

Das war richtig gut. Vor allem, weil es bei den Deutschen Nachwuchsmeisterschaften drei Wochen zuvor in Grimma nicht so gut gelaufen ist.

Wie wichtig ist vor diesem Hintergrund solch eine starke Platzierung in einem starken Feld für den Kopf?

Sehr, sehr wichtig. Ich habe, nur weil ich in Grimma schlecht war, nicht gedacht, dass ich jetzt nichts mehr kann. Aber wenn man noch so ein schlechtes Rennen hat, kann es natürlich passieren, dass man anfängt, sich zu fragen, was los ist. Mache ich was falsch? Trainiere ich falsch? Das Resultat jetzt in Tübingen ist für den Kopf mega gut.

Ich kann mir vorstellen, dass es für einen jungen Athleten besonders wichtig ist.

Es ist gut, zu lernen, dass man nach einem schlechten Rennen nicht den Kopf hängen lassen sollte. Gerade im Triathlon. Da kann in einem Rennen so viel passieren. Man kann einen schlechten Tag haben, und man kann dann wieder einen guten Tag haben. Dafür ist es einfach wichtig, solche Erfahrungen zu sammeln.

Bei deiner Bundesliga-Premiere im Kraichgau bist du 20. geworden. Hast du anschließend eine Top-Ten-Platzierung für möglich gehalten?

Im Kraichgau habe ich schon gemerkt, dass im Laufen noch etwas mehr möglich ist. Aber dass es so weit nach vorne geht, hätte ich jetzt nicht gedacht. Das Ergebnis ist sau cool.

Geht es in den kommenden Bundesliga-Rennen nun darum, das Resultat zu bestätigen oder blickst du sogar auf noch bessere Platzierungen?

Erst einmal geht es darum, das Top-Ten-Ergebnis zu bestätigen, wobei ich jetzt auch mit einem Top-20-Resultat zufrieden wäre. Aber irgendwann kann man dann natürlich schon noch mal weiter nach oben schauen.

Im Team seid ihr in Tübingen überraschend Zweiter geworden. Habt ihr das für möglich gehalten?

Wir wussten, dass wir, wenn wir einen guten Tag erwischen, richtig weit nach vorne kommen können. Aber dass es so weit nach vorne geht, hätten wir nicht gedacht. Dafür musste schon alles perfekt laufen.

Es lief ja nicht nur dieses Rennen gut, sondern die ganze Saison. Ihr steht momentan auf Rang vier im Gesamtklassement.

Das klingt natürlich gut. Wir sind stolz, das mit dieser jungen und regionalen Mannschaft geschafft zu haben. Viele der Jungs sind aus Darmstadt, wir haben wenige Ausländer im Team. Dafür ist ein vierter Platz schon sehr gut. Wenn wir am Saisonende in den Top fünf stehen, wäre das schon richtig gut.

Wie zufrieden bist du mit dem bisherigen Verlauf deiner Saison?

Bis auf die Deutschen Jugendmeisterschaften lief die Saison gut. Aber das war natürlich einer meiner Hauptwettkämpfe.

Als es im Frühjahr in Saarbrücken beim internen Qualifikationswettkampf um die Startplätze für die Junioren-EM ging, warst du durch eine Erkältung geschwächt.

Das war ärgerlich, klar. Aber ich habe noch zwei Jahre, in denen ich bei den Junioren starte. Und in diesen zwei Jahren kann ich immer noch bei internationalen Meisterschaften starten.

Wie groß war die Enttäuschung über das Verpassen eines EM-Startplatzes? Immerhin hattest du zuvor den Leistungstest der Deutschen Triathlon Union (DTU) gewonnen.

Ehrlich gesagt, war ich nach dem Wettkampf in Saarbrücken gar nicht enttäuscht, weil ich mich davor ganz schlecht gefühlt habe. Ich habe am Mittwoch davor eine Erkältung bekommen, die Nase war komplett zu, der Hals hat wehgetan. Ich habe mich komplett schlapp gefühlt. Ich hätte nicht gedacht, dass es trotz dieser Umstände so gut läuft. Ich bin immerhin als Erster aus dem Wasser gekommen. Ärgerlich war es natürlich trotzdem, weil ich damit die Qualifikation für die EM in Weert verpasst habe. Aber in den kommenden zwei Jahren ist noch einiges möglich. Das Ziel für 2020 ist auf jeden Fall, bei einer internationalen Meisterschaft zu starten.

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