News: Saisonfinale auf Rügen: So lief das Rennen der Frauen

09.09.2018 11:39 von Jan Sägert

Die One-Woman-Show von Lucie Hall hatte kein Happy End (Foto: DTU/ Ingo Kutsche)

Sie riskierte alles und musste sich am Ende doch geschlagen geben. Lucy Hall hätte ihren ersten Sieg in der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga verdient gehabt - letztlich fehlten dem Neuzugang beim EJOT Team TV Buschhütten etwas mehr als 1.000 Meter. Dennoch hat sie mit ihrer mutigen Attacke die Herzen der vielen Zuschauer erobert.

Alles auf Angriff: Hall im Alleingang 

Nach der krankheitsbedingten Absage von Triathlon Potsdam standen beim Start nur 13 Damenteams am Strand vor der Seebrücke. Vom holprigen Start einiger Athletinnen bekam Lucy Hall nichts mit. Die 26-Jährige setzte sich sofort an die Spitze und schwamm in der etwa 19 Grad kühlen Ostsee schnell einige Meter heraus. Nach 10:13 Minuten sprang sie aus den Fluten. Knapp 15 Sekunden dahinter folgte Caroline Pohle (Schwalbe Team Krefelder Kanu Klub). Lena Meißner (Buschhütten), Anja Weber (REA Card Team TuS Griesheim), Anja Knapp und Zsofia Kovacs (beide Witten) sahen trotz starker Schwimmleistung beim ersten Wechsel nur noch Halls Hinterrad. In der Folge entwickelte sich eine faszinierende Verfolgungsjagd. Solistin Hall kämpfte allein gegen den Wind und die Verfolgerinnen um Knapp und Kovacs. Bis auf 25 Sekunden baute sie ihre Führung beim Radfahren aus. Eine bärenstarke Leistung. Weil auch Meißner und die Französin Emmie Charayron für Buschhütten in der ersten Verfolgergruppe saßen, Witten dort aber auch nur zwei Athletinnen hatte, war den EJOT-Damen der Meistertitel zu diesem Zeitpunkt schon so gut wie sicher.

Kovacs gnadenlos, EJOT macht den Sack zu

Hall verschenkte beim zweiten Wechsel keinen Zentimeter und lag auch nach der ersten von vier Laufrunden noch knapp 20 Sekunden vor ihren Verfolgerinnen. In den Runden zwei und drei büßte sie dann aber jeweils zehn Sekunden ein und als sie zum letzten Mal von der Zielgerade auf die Laufrunde abbog, schloss Kovacs auf und zog die entscheidenden Meter davon. Fünf Wochen nach ihren Sieg bei der Hitzeschlacht in Tübingen stand nach 1:02:18 Stunden der zweite Tagessieg der Ungarin fest. Die Plätze drei und neun ihrer Teamkolleginnen Anja Knapp und Margit Vanek (HUN) reichten am Ende aber nicht, um Serienmeister Buschhütten vom Thron zu stoßen. Hall brachte Platz zwei ins Ziel. Charayron und Meißner machten als Vierte und Fünfte alles klar. Mit Platzziffer 11 holten sich die Siegerländerinnen den vierten Teamerfolg in dieser Saison und zugleich die siebte Deutsche Mannschaftsmeisterschaft in Serie. Witten belohnte sich nach einer starken Saison mit dem Vize-Meistertitel, das Schwalbe Team Krefelder KK verdiente sich nicht nur wegen des Tagessiegs in Düsseldorf die Bronzemedaille.

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